75 Jahre SAW – Ein Jubiläum zwischen Tradition und Innovation

Was 1950 als Antwort auf drängende soziale Bedürfnisse begann, hat sich zu einer wegweisenden Erfolgsgeschichte entwickelt. 2025 blickte die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) auf 75 Jahre sozialpolitische Pionierarbeit zurück – und bekräftigte gleichzeitig ihre führende Rolle in Bau und Entwicklung altersgerechter Wohnformen.

Die SAW – Eine Antwort auf drängende soziale Bedürfnisse
Mit der Gründung der SAW reagierte die Stadt Zürich auf die Wohnungsnot der Nachkriegszeit: Ähnlich wie heute mangelte es damals an bezahlbarem Wohnraum für ältere Menschen. Der Zürcher Gemeinderat beschloss deshalb 1950, nach dem Vorbild der Wohnungsfürsorge für kinderreiche Familien, die «Stiftung Wohnungsfürsorge für betagte Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich» zu gründen. Am 1. Oktober 1950 bewilligte die Stimmbevölkerung den Kredit für den Bau der ersten Siedlung: die Siedlung Espenhof.

Die ersten Wohnungen waren bescheiden: 15 Quadratmeter für Einzelpersonen, 19 Quadratmeter für Paare, dazu eine Küche und eine Toilette. Warmwasser gab es nur in den sechs gemeinsamen Badekabinen im Keller. Die monatliche Miete betrug 55 Franken für Einzelpersonen, 70 Franken für Paare. Das Angebot der SAW umfasste von Anfang an mehr als Wohnen: eine Siedlungsschwester, ein Heizer und ein Wäschedienst sollten die Mietenden im Alltag entlasten und es ihnen ermöglichen, möglichst lange selbständig zu leben – ein pionierhaftes Konzept.

Aussenaufnahme der SAW-Gründungssiedlung Espenhof. Bild: SAW
Aussenaufnahme der SAW-Gründungssiedlung Espenhof. Bild: SAW
Die Wohnflächen der Kleinwohnungen wurden schon damals optimal genutzt. Bild: SAW
Die Wohnflächen der Kleinwohnungen wurden schon damals optimal genutzt. Bild: SAW
Blick in eine Küche der Gründungssiedlung. Bild: SAW
Blick in eine Küche der Gründungssiedlung. Bild: SAW
«Für alleinstehende ältere Männer wird die Kleinwohnung weniger in Frage kommen, weil sie in den häuslichen Arbeiten in der Regel keine Befriedigung finden», so ein Gemeinderatsmitglied in der Debatte zur Gründung der SAW. Dieser Mieter beweist das Gegenteil. Bild: SAW
«Für alleinstehende ältere Männer wird die Kleinwohnung weniger in Frage kommen, weil sie in den häuslichen Arbeiten in der Regel keine Befriedigung finden», so ein Gemeinderatsmitglied in der Debatte zur Gründung der SAW. Dieser Mieter beweist das Gegenteil. Bild: SAW
Einblick in das Wohnen der 1950-er Jahre. Bild: SAW
Einblick in das Wohnen der 1950-er Jahre. Bild: SAW

75 Jahre Entwicklung – Von 16 auf 36 Siedlungen
Das Angebot fand rasch grossen Anklang und die SAW baute kräftig aus: In den ersten 30 Jahren entstanden 16 Siedlungen. 2006 und 2024 bekräftigte die Stadtzürcher Stimmbevölkerung ihre Unterstützung für die SAW durch Erhöhungen des Stiftungskapitals um 60 Millionen Franken (2006) resp. um 100 Millionen Franken (2024).

Heute präsentiert sich die SAW als moderne Wohnbaustiftung mit 171 Mitarbeitenden und über 2000 altersgerechten Wohnungen an 36 Standorten. Aus der Siedlungsschwester wurde die Spitex Zürich SAW mit 84 Mitarbeitenden und die Hauswartung entwickelte sich zum umfassenden Facility Management. Was sich nicht verändert hat: die Vision, Zürcher Senior*innen selbstbestimmtes, sicheres und bei Bedarf unterstütztes Wohnen zu ermöglichen – bezahlbar und nachhaltig.

Die Spitex Zürich SAW mit 84 Mitarbeitenden hat die frühere Siedlungsschwester abgelöst. Bild: sarakellerphotography
Die Spitex Zürich SAW mit 84 Mitarbeitenden hat die frühere Siedlungsschwester abgelöst. Bild: sarakellerphotography
Die Hauswartung resp. das Facility Management der SAW umfasst heute viel mehr als das Heizen. Bild: sarakellerphotography
Die Hauswartung resp. das Facility Management der SAW umfasst heute viel mehr als das Heizen. Bild: sarakellerphotography
Die Unterstützung der Mietenden – etwa bei einfachen Montagearbeiten – ist aber nach wie vor wichtige Aufgabe der SAW-Hauswarte. Bild: sarakellerphotography
Die Unterstützung der Mietenden – etwa bei einfachen Montagearbeiten – ist aber nach wie vor wichtige Aufgabe der SAW-Hauswarte. Bild: sarakellerphotography

Innovation als Tradition – Die SAW heute
Die SAW setzte ihre Geschichte als Pionierin über all die Jahre ihres Bestehens fort: Erst im Herbst 2025 nahm sie, gemeinsam mit der Stiftung Familienwohnungen (SFW) und Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ), die Siedlung Letzi in Betrieb. Die Siedlung Letzi ist ein Generationenwohnprojekt und bietet in 265 Wohnungen rund 700 Personen allen Alters ein lebendiges neues Zuhause. Bei 131 Wohnungen handelt es sich um SAW-Alterswohnungen. Auf dem Areal der Pioniersiedlung Espenhof entsteht derzeit ein Ersatzneubau, der erstmals Wohnraum für queere und nicht queere Menschen umfasst, im Ersatzneubau Werdhölzli werden voraussichtlich ab Herbst 2027 Clusterwohnungen angeboten. An der Thurgauerstrasse vermietet die SAW künftig Wohnungen spezifisch an gehörlose und hörsehbehinderte Seniorinnen und Senioren. Die enge Zusammenarbeit mit Gesundheitszentren für das Alter an elf gemeinsamen Standorten ermöglicht den Mietenden der SAW zudem den fliessenden Übergang vom selbständigen Wohnen über das Wohnen mit Dienstleistungen zum Wohnen mit Pflege und Betreuung rund um die Uhr.

Das Jubiläumsjahr 2025 – Feiern mit allen Anspruchsgruppen
Das Jubiläumsjahr 2025 stand ganz im Zeichen der Wertschätzung: Die Mitarbeitenden feierten das Jubiläum auf einer Fahrt im SAW-Geburtstagstram und einem Personalfest. Den Mietenden ermöglichte die «Wunschbox» die Erfüllung gemeinsamer Wünsche: Pro Mieter*in erhielt jede Siedlung 75 Franken. Aus dem Gesamtbetrag durften sich die Mieter*innen gemeinsam einen Wunsch für ihre Siedlung erfüllen. Die Bandbreite der Wünsche reichte von gemeinsamen Festessen über Schifffahrten bis zu einem Sitzbänkli im Garten, einer Pergola oder einer professionellen Kaffeemaschine für den Gemeinschaftsraum. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete ein Anlass für rund 75 Geschäftspartner*innen in der neu eröffneten Siedlung Letzi.

Andrea Martin-Fischer (Direktorin SAW) und Petra Baumberger (Leitung Kommunikation SAW) mit Stadtrat Andreas Hauri (Stiftungsratspräsident SAW) auf der Jubiläumstramfahrt (v.l.n.r.). Bild: SAW
Andrea Martin-Fischer (Direktorin SAW) und Petra Baumberger (Leitung Kommunikation SAW) mit Stadtrat Andreas Hauri (Stiftungsratspräsident SAW) auf der Jubiläumstramfahrt (v.l.n.r.). Bild: SAW
Die Mitarbeitenden der SAW genossen das Beisammensein am Jubiläums-Personalfest …
Die Mitarbeitenden der SAW genossen das Beisammensein am Jubiläums-Personalfest …
… bis spät in die Nacht hinein. Bilder: SAW
… bis spät in die Nacht hinein. Bilder: SAW
Die Tafel ist bereit für die Gäste am Wunschbox-Festessen in der SAW-Siedlung Frieden. Bild: SAW
Die Tafel ist bereit für die Gäste am Wunschbox-Festessen in der SAW-Siedlung Frieden. Bild: SAW
Die Mietenden der SAW-Siedlung Seefeld haben sich ein zusätzliches Bänkli gewünscht für ihren Garten. Bild: SAW
Die Mietenden der SAW-Siedlung Seefeld haben sich ein zusätzliches Bänkli gewünscht für ihren Garten. Bild: SAW
Mit dieser liebevollen Karte haben sich die Mietenden der SAW-Siedlung Helen Keller für ihr Wunschbox-Geschenk bedankt. Bild: SAW
Mit dieser liebevollen Karte haben sich die Mietenden der SAW-Siedlung Helen Keller für ihr Wunschbox-Geschenk bedankt. Bild: SAW
Stadtrat und SAW-Stiftungsratspräsident Andreas Hauri und SAW-Direktorin Andrea Martin-Fischer begrüssen die Gäste am Jubiläumsanlass für Partner*innen in der Siedlung Letzi. Bild: SAW
Stadtrat und SAW-Stiftungsratspräsident Andreas Hauri und SAW-Direktorin Andrea Martin-Fischer begrüssen die Gäste am Jubiläumsanlass für Partner*innen in der Siedlung Letzi. Bild: SAW
Zu den Gästen zählten unter anderem Andrea Wieland und Sonja Anders von der Stiftung Familienwohnungen (v.l.n.r.) ...
Zu den Gästen zählten unter anderem Andrea Wieland und Sonja Anders von der Stiftung Familienwohnungen (v.l.n.r.) ...
… und die Kolleg*innen von der Fachstelle Zürich im Alter. Bilder: SAW
… und die Kolleg*innen von der Fachstelle Zürich im Alter. Bilder: SAW

75 Jahre SAW – das bedeutet 75 Jahre Engagement für bezahlbares Wohnen im Alter, 75 Jahre Innovation im Dienst älterer Menschen und 75 Jahre gelebte sozialpolitische Verantwortung. Eine Erfolgsgeschichte, die weitergeht.

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